Once Upon a Time


08.07.2011 - 09.10.2011

Mit der Frage, wie man heute mittels Videokunst fantastische Geschichten und moderne Märchen erzählen kann, beschäftigt sich Once Upon a Time: Fantastic Narratives in Contemporary Video.

Anhand von sechs bedeutenden Werken aus der Sammlung des Solomon R. Guggenheim Museums untersucht die von Joan Young kuratierte Ausstellung im Deutsche Guggenheim, wie zeitgenössische Video- Künstler Motive und Erzähltechniken aus Mythen, Fabeln und Märchen adaptieren, um aktuelle gesellschaftliche Phänomene oder Ereignisse der jüngeren Geschichte zu reflektieren.

Aleksandra Mir und Francis Alÿs stellen unsere kollektiven Vorstellungen und Werte auf ähnliche Weise in Frage: Anstatt sich an vermeintliche Fakten zu halten, erfinden sie befreiende und emanzipatorische Geschichten. So spielt Mir in First Woman on the Moon (1999–) mit Astronautinnen die historische Mondlandung von 1969 an einem Strand in den Niederlanden nach. Das männlich dominierte Ereignis findet eine fiktive, feministische Fortsetzung, in der dieses mediale Ereignis alternativ weitererzählt wird.

Auch Alÿs erschafft in Wenn der Glaube Berge versetzt (Cuando la fe mueve montañas, 2002) einen modernen urbanen Mythos. Für seine Videoarbeit schaufelten rund fünfhundert Freiwillige am Stadtrand von Lima, Peru, so lange Sand über eine Düne, bis die Anhöhe zehn Zentimeter von ihrer ursprünglichen Position verschoben war. Diese Aktion zeigt, welche Kraft die Arbeit mit einem gemeinsamen Ziel entwickeln kann, aber auch wie vergänglich dieses Unterfangen ist.

In Lacrimacorpus (2004) beschäftigt sich Janaina Tschäpe mit historischer Erinnerung. Sie bezieht sich dabei auf die Legende des Squonk (Lacrimacorpus dissolvens), einer fantastischen Kreatur, die sich in einer Lache ihrer eigenen Tränen auflöst, sobald sie in die Enge getrieben wird. In Tschäpes Version bewohnt die Kreatur das nahe dem Konzentrationslager Buchenwald gelegene Schloss Ettersburg, das für seine literarische Tradition bekannt ist. Tschäpe konfrontiert dieses Erbe mit den Schrecken der jüngeren deutschen Geschichte.

Die Protagonistin in Pierre Huyghes One Million Kingdoms (2001) ist die Mangafigur Annlee. In ihrer Erzählung verbinden sich Originalaufnahmen des Astronauten Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung mit Passagen aus Jules Vernes Roman Reise zum Mittelpunkt der Erde von 1864.

Mika Rottenbergs und Cao Feis Video-Fabeln nutzen fantastische Bilder, um die Entfremdung in der industriellen Arbeitswelt zu beschreiben. In Whose Utopia (2006) untersucht Cao wie sich der Kapitalismus auf die Träume und Wünsche von Arbeitern der OSRAM China Lighting Ltd auswirkt. In Dough (2006) konterkariert Rottenberg entmenschlichte Arbeit, indem sie ein absurdes Fließband für korpulente Arbeiterinnen konstruiert, deren Schweiß und Tränen einen Beitrag zu den buchstäblichen „Sweatshops“ leisten.

Jede dieser Geschichten in Once Upon a Time zeigt dem Betrachter auf subtile Weise Möglichkeiten auf, menschliche, politische und soziale Zustände zu verändern.


Factsheet (pdf) Pressebilder (pdf) Flyer (pdf) Kinderprogramm (pdf) Programm für Kindergärten und Schulen (pdf) DG Magazin (pdf) Photo Service

Aleksandra Mir
First Woman on the Moon, 1999-
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Cao Fei
Whose Utopia, 2006
© 2011 Cao Fei, Vitamin Creative Space, Guangzhou

Janaina Tschäpe
Lacrimacorpus, 2004
© 2011 Janaina Tschäpe, Courtesy Sikkema Jenkins & Co., New York

Once Upon a Time
Bilder Galerie: 3 Fotos


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