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BILL VIOLA
GOING FORTH BY DAY 09. Februar bis 05. Mai 2002
Mit Going Forth By Day, seinem Auftragswerk für das Deutsche Guggenheim, verwandelt Bill Viola vom 9. Februar bis zum 5. Mai 2002 den Ausstellungsraum Unter den Linden in ein einzigartiges Kunstwerk. Als Pionier der Medienkunst hat Bill Viola Videoinstallationen geschaffen, die das bewegte Bild selbst erforschen und sich zugleich mit kunstgeschichtlichen, wahrnehmungspsychologischen und spirituellen Fragen auseinandersetzen.
Im Mittelpunkt von Violas neuer, speziell für das Deutsche Guggenheim konzipierter Installation steht der Zyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Going Forth By Day schafft auch auf formaler Ebene eine Verbindung zur Freskenmalerei, da die Motive direkt auf die Galeriewände projiziert werden. Jede Bildsequenz umfasst ungefähr fünfunddreißig Minuten und wurde in neuester, digitaler High Definition Videotechnologie aufgenommen. In ihrem Zusammenspiel spiegeln die fünf Arbeiten - "Feuer Geburt", "Der Weg", "Die Sintflut", "Die Reise" und "Erstes Licht" - ein spirituelles und mythologisches Konzept der Erneuerung wider. Der Besucher tritt in einen abgedunkelten Raum ein, der den Blick auf eine Wand mit Durchgang zum Hauptraum freigibt. In diesem vermitteln fünf Videotableaus einen Freskenzyklus, ein episches Bild von der Abfolge natürlicher Zyklen, der den stetigen Fortgang von Geburt und Regeneration mythisch reflektiert.
Mit dem Eintritt in den Installationsraum durchschreitet der Besucher zeitgleich die Projektion "Feuer Geburt". Das große Bild eines in flammend rotem Wasser schwimmenden Körpers ist eine Anspielung auf die im Feuer endende und im Wasser beginnende Welt. "Der Weg", eine langgestreckte Panoramaprojektion auf der linken Galeriewand, zeigt Personen, die durch einen Wald gehen. Dieser Strom von Menschen befindet sich auf einer Reise ohne Anfang und Ende. Auf der Stirnseite des Raumes, in "Die Sintflut", fliehen Menschen vor den Wassermassen, die sintflutartig aus einer Hausfassade stürzen. "Die Reise", auf die rechte Wand projiziert, ist eine metaphorische Erzählung über den Tod. In einem Haus mit Blick über das Wasser liegt ein sterbender Mann, auf den ein für die große Überfahrt vorbereitetes Boot wartet. Die letzte Arbeit des Zyklus', "Erstes Licht", zeigt eine Landschaft in der Morgendämmerung mit einer erschöpften Rettungsmannschaft, die bei einem Katastropheneinsatz Leben gerettet hat. Nachdem alle in einen tiefen Schlaf gefallen sind, taucht ein Mensch leise aus dem Wasser empor und entschwebt zum Himmel.
Die Vielzahl von Drehorten, der extreme produktionstechnische Aufwand und die hohe technische Expertise, die besonders für die raffinierte digitale Auf- und Nachbearbeitung der Tableaus erforderlich war, lassen Violas neue Installation zu einem äußerst komplexen Projekt werden. Auf diese Weise hat Viola eine komplette Bilderwelt geschaffen, eine assoziative Erzählung, in der die einzelnen Videoprojektionen als narrative Elemente innerhalb eines epischen Ganzen fungieren.
Bill Viola studierte zu Beginn der 70er Jahre an der Universität von Syracuse in New York. Aus seinen Experimenten mit den elektronischen Medien entstanden Klangkunstwerke und Videoinstallationen. Seine Einzel- und Gruppenausstellungen mit Monokanal-Videoarbeiten ließen ihn bald international bekannt werden. 1995 vertrat er die USA auf der Biennale in Venedig, und von 1997 bis 2000 war eine große Werkschau in mehreren amerikanischen und europäischen Städten zu sehen.
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Nach Rachel Whitereads einzigartiger skulpturaler Installation Transient Spaces und Hiroshi Sugimotos meisterhafter Fotoserie von Wachsfiguren setzt Bill Viola mit Going Forth By Day die Reihe von Auftragsarbeiten des Deutsche Guggenheim fort.
Die Ausstellung wurde von John G. Hanhardt, Senior Curator of Film and Media Arts, zusammen mit Maria-Christina Villaseñor, Associate Curator of Film and Media Arts, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, kuratiert. Zur Eröffnung erscheint ein Künstlerbuch zum Preis von € 25 mit Auszügen aus Bill Violas Notizbuch, das die Entstehung von Going Forth By Day zeigt. Das Buch ergänzt einen Katalog mit umfassender Bilddokumentation des Produktionsprozesses der einzelnen Projektionen, das ab April zum Preis von € 33 erhältlich sein wird. Beide Publikationen, gestaltet von Rebeca Méndez, sind zweisprachig und beinhalten ein Gespräch zwischen Bill Viola und John G. Hanhardt, das sich mit künstlerischen Einflüssen, Themen und Arbeitsmethoden auseinandersetzt.
In einem Künstlergespräch am Sonntag, dem 10. Februar 2002, um 17 Uhr, diskutiert Bill Viola mit John G. Hanhardt im Deutsche Guggenheim über seine neue Arbeit. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Wie Bill Viola so beschäftigt sich auch der Choreograf und Tänzer Cesc Gelabert in seinem neuen Soloprojekt "Preludis" mit der zyklischen Reise durch die Zeit, Es ist vom 13. bis 15. Februar 2002, jeweils um 20 Uhr, im Hebbel-Theater, Berlin, zu sehen. Im Deutsche Guggenheim unterhält sich der Künstler aus Barcelona am Sonntag, dem 17. Februar 2002, 17 Uhr , mit Johannes Odenthal, Leiter der Abteilung Musik Theater Tanz am Haus der Kulturen der Welt über sein neues Projekt. Die Veranstaltung in englischer Sprache ist eine Kooperation mit dem Hebbel-Theater, Berlin.
Am Sonntag, dem 3. März 2002, um 11.30 Uhr, lädt Deutsche Guggenheim zum traditionellen Familienbrunch für Groß und Klein ein.
Einen weiteren kunsthistorischen Akzent setzt am 13. März 2002, um 19 Uhr der Vortrag Bill Viola: vom Mythos der Existenz. Bildwelten zwischen zeitlosem Raum und raumloser Zeit von Dr. Rolf Lauter. Der Oberkustos am Museum für Moderne Kunst Frankfurt koordinierte 1999 als Projektleiter die Bill Viola Retrospektive des New Yorker Whitney Museum of American Art in Frankfurt am Main.
Pressekonferenz: Freitag, 8. Februar 2002, 11 Uhr
Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.
Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de
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