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Dan Flavin
Die Architektur des Lichts 06. November 1999 - 13. Februar 2000
Eine Auswahl der wichtigsten Werke der sechziger bis späten achtziger Jahre
Am 6. November 1999 eröffnet das Deutsche Guggenheim die Ausstellung Dan Flavin: Die Architektur des Lichts mit Werken des Künstlers aus der Sammlung des Solomon R. Guggenheim Museums. Präsentiert wird eine Auswahl der wichtigsten zwischen 1963 und 1986 entstandenen Arbeiten Flavins. Sie eranschaulichen beispielhaft die bestimmenden Themen "Licht" und "Raum" im Œuvre des Künstlers.
Dan Flavin (1933-1996) zählt zu den Pionieren jener Künstlergeneration, die in den sechziger Jahren neue Materialien und Medien für ihre Arbeit entdeckte. Mit seinem den traditionellen künstlerischen Kontext sprengenden Einsatz von Licht und Farbe fand der amerikanische Künstler früh Anerkennung. Mittels handelsüblicher, fluoreszierender Leuchtstoffröhren entwickelte er eine radikal neue Kunstform, die das Kunstwerk vom konventionellen Rahmen und Sockel befreite. Bereits in den frühen sechziger Jahren begann Flavin, mit Leuchtstoffröhren zu experimentieren, für die er zunächst spezielle Konstruktionen entwarf. Bald entschied er sich jedoch für ausschließlich industriell gefertigte Fassungen und verstärkte so die Konzentration auf das fluoreszierende Licht. Flavin betrachtete die einfache Befestigung als ästhetische Komponente und entwickelte zunehmend komplexere Installationen - ein Versuch, "die Tradition der Malerei und Bildhauerei in der Architektur mit elektrischem Licht zur Bestimmung des Raumes zu verbinden".
Den Auftakt der Ausstellung im Deutsche Guggenheim bildet das bahnbrechende Werk the nominal three (to William of Ockham), 1963, das Flavin dem englischen Scholastiker und Philosophen widmete. In seiner seriellen Komposition zeigt dieses Frühwerk Flavins Einsatz der Leuchtstoffröhre als variables Grundelement seiner Kunst. Die Ausstellung veranschaulicht die wesentlichen Phasen im Schaffen des Künstlers und erlaubt den Blick auf die verschiedenen im Laufe der Zeit realisierten Formate. So ist monument on the survival of Mrs. Reppin, 1966, ein frühes Beispiel für Flavins "corner"-Werke. Mit seinen "barrier"-Werken der späten sechziger und frühen siebziger Jahre entwarf der Künstler Installationen, die in den Ausstellungsraum eingreifen, indem sie ihn physisch durchbrechen. Mit der 1966 entstandenen Arbeit greens crossing greens (to Piet Mondrian who lacked green) wird die erste "barrier" ausgestellt, die der Künstler geschaffen hat. Präsentiert wird zudem an artificial barrier of blue, red and blue fluorescent light (to Flavin Starbuck Judd) von 1968. Ein herausragendes "corridor"-Werk Flavins ist mit untitled (to Jan and Ron Greenberg), 1972-73, zu sehen. Die Schau zeigt außerdem Arbeiten aus einer der Galeristin Margo Leavin gewidmeten Werkreihe.
Flavin arbeitete mit einem begrenzten Vokabular von Leuchtstoffröhren in handelsüblichen Farben und Standardgrößen: eine Palette von Blau, Grün, Pink, Rot, Gelb und vier Schattierungen von Weiß und Längen von zwei, vier, sechs und acht Fuß. Der Künstler entwickelte daraus eine höchst nuancierte Bandbreite von Effekten: sinnliche, von Licht und Farbe durchflutete Räume entstehen. Der Betrachter selbst wird in den Prozess miteinbezogen - ein radikaler und experimenteller Ausdruck im künstlerischen Schaffen Flavins. Es überrascht nicht, dass Flavin kunstgeschichtliche Definitionen wie "Skulptur" oder "Environment" ablehnte, um mit "Vorschlägen" oder "Situationen" die fließende Sensibilität seiner Werke adäquat zu beschreiben.
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Wie Carl Andre, Donald Judd und Robert Morris arbeitete Flavin mit industriell gefertigtem Material, serielle Wiederholung und geometrischen Grundformen - den Charakteristika der Minimal Art. Flavin verband, vielleicht mehr als jeder andere Künstler seiner Generation, die traditionellen Beziehungen von Linie, Form, Licht und Farbe untrennbar mit der Umgebung des Werks. Fluoreszierendes Licht als ästhetisches Medium setzte er in Beziehung zu bestehender Architektur und kommentierte: "Ich wusste, dass es möglich ist, durch eine sorgfältige Komposition der Leuchten den tatsächlichen Raum im Raum aufzubrechen und mit ihm zu spielen ...".
Die Auswahl der in der Ausstellung Dan Flavin: Die Architektur des Lichts gezeigten Arbeiten ist von Flavins Idee inspiriert: Jedes Werk steht in Beziehung zum dreidimensionalen Raum der Galerie, strukturiert diesen und wird vom Raum selbst strukturiert.
Zu Lebzeiten Flavins bestand eine enge Verbindung zwischen dem Künstler und dem Guggenheim Museum, die bis in die Zeit vor der Eröffnung des Frank Lloyd Wright-Baus zurückreicht, als Flavin kurzzeitig für das Museum tätig war. Seine Arbeiten zeigte der Künstler dort erstmals 1971 im Rahmen der Sixth Guggenheim International, für die er ein Auftragswerk schuf. Flavins Position innerhalb der Sammlung wurde bestärkt durch Ankäufe aus der Sammlung Panza, die mit ihrem Schwerpunkt auf Minimal Art und Konzeptkunst auch eine Werkgruppe des Künstlers umfasst.
Anlässlich der Wiedereröffnung des Museums nach seiner Renovierung 1992 wurde Flavins ursprünglicher Entwurf für sein Projekt von 1971 verwirklicht: Die herausragende Installation füllte die gesamte Rotunde des Frank Lloyd Wright-Baus. Drei Jahre später präsentierte das Guggenheim Museum SoHo eine Ausstellung mit Werken Flavins.
Dan Flavin: Die Architektur des Lichts wurde von J. Fiona Ragheb, Associate Curator for Collections and Exhibitions des Solomon R. Guggenheim Museum, New York, zusammengestellt. Zur Ausstellung erscheint ein von Bruce Mau Design gestalteter Katalog mit Abbildungen aller Exponate und einem Aufsatz der Kuratorin J. Fiona Ragheb sowie Beiträgen von Tiffany Bell, Frances Colpitt, Jonathan Crary, Michael Govan, Joseph Kosuth, Michael Newman und Brydon E. Smith. Die Publikation ist in Deutsch und Englisch für DM 59,-- erhältlich.
Als Edition No. 9 des Deutsche Guggenheim entstand eine limitierte und nummerierte CD im speziellen Design als postume Hommage an Dan Flavin. Sie enthält die von ihm geliebte Interpretation Richard Taubers "Dein ist mein ganzes Herz" sowie Remixes dieses Stücks von Antonelli Electr und Elektro Music Department. Wie der Künstler selbst viele seiner Werke ihm verbundenen Personen widmete, so ist dieses musikalische Geschenk Dan Flavin gewidmet.
Parallel zur Ausstellung Dan Flavin: Die Architektur des Lichts findet im Martin-Gropius-Bau die Ausstellung Gesammelte Räume - Gesammelte Träume vom 20. November 1999 bis 6. Februar 2000 statt, die von der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank unterstützt wird. Für beide Ausstellungen wird es zusätzlich zu den regulären Eintrittskarten ein Kombinations-Ticket zum Preis von DM 12,-- geben sowie einen kostenlosen Shuttle-Service, der an den Wochenenden den Martin-Gropius-Bau mit dem Deutsche Guggenheim verbindet. Der Shuttle-Service wird freundlicherweise vom Automobil Forum Unter den Linden der Volkswagen AG unterstützt.
Pressekonferenz: Freitag, 5. November 1999, 10 Uhr
Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.
Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de
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