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Andreas Slominski
20.Februar - 09. Mai 1999
Vom 20. Februar bis zum 9. Mai 1999 zeigt das Deutsche Guggenheim die Ausstellung Andreas Slominski mit einer eigens für die Ausstellungshalle Unter den Linden konzipierten Installation. Slominski, 1959 in Meppen geboren, ist einer der angesehensten Künstler seiner Generation. Sein mehrteiliges Auftragswerk führt charakteristische Themen seiner bisherigen Arbeit zusammen und zeigt einen komprimierten Überblick über das Gesamtwerk.
Eine gewaltige, funktionsfähige Vogelfangstation (1998/99) füllt die gesamte Galerie. Präsentiert wie eine Skulptur erweckt sie zunächst den Eindruck eines statischen Kunstwerks. Schnell entpuppt sie sich jedoch als einsatzbereites Werkzeug, das jederzeit zuschnappen könnte. Das Motiv der Fallen beschäftigt Slominski seit über fünfzehn Jahren. Von Schlingen bis zu ausgeklügelten Fangmechanismen entwickelte er ein regelrechtes Fallen-Inventar, das metaphorisch auf das Verlockende und Trügerische der Kunst selbst anspielt. Weiterer Teil seiner Installation im Deutsche Guggenheim ist die Arbeit Transportsystem für Hustensaft (1998), eine technische Konstruktion zum erschütterungsfreien Transport eines Löffels Hustensaft. Eine Fahrradpumpe komplettiert das Ensemble. Sie ist Relikt einer künstlerischen Aktion, die in einem Video nachvollzogen werden kann.
Während der Ausstellungsvorbereitung im Dezember letzten Jahres realisierte Slominski eine weitere Idee, indem er an historischem Ort mitten auf der Promenade Unter den Linden den Stumpf einer Linde "pflanzte". Der kleine Baumstumpf trug die Ausstellung vorab nach draußen und sorgte dort für Irritation.
Mit seinen Fallen, manipulierten Fahrrädern und seltsamen Interventionen in das urbane Gefüge und den musealen Raum bietet Slominski einen spielerischen und gleichzeitig kritischen Zugang zur Welt. In seiner Arbeit transformiert er Alltagsdinge zu Objekten, indem er das Nebensächliche und den Gemeinplatz mit tieferer Bedeutung unterlegt.
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Slominskis Arbeit zeigt seinen Sinn für das Absurde. Sensibel erinnern die Projekte oft an die Slapsticks Buster Keatons oder Charlie Chaplins. Profan wirkende Aufgaben führt er mit hoher Konzentration und ans Fanatische grenzender Liebe zum Detail aus. Gleichzeitig unterstreicht jedoch eine klinische Kühle die Komik seiner Gesten, charmante Sinnlosigkeit weckt Erinnerungen an Schildbürgerstreiche.
Die Ausstellung Andreas Slominski wurde von Nancy Spector, Kuratorin für Zeitgenössische Kunst des Solomon R. Guggenheim Museums, organisiert. Sie setzt die Serie der exklusiv für das Deutsche Guggenheim in Auftrag gegebenen Werke prominenter Künstler fort. Den Auftakt dieser Reihe bildete 1998 die monumentale Gemäldetrilogie The Swimmer in the Econo-mist von James Rosenquist.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (DM 39,--) mit einer ausführlichen Dokumentation aller Werke. Er umfasst neben einem Essay von Collier Schorr ein Gespräch zwischen Hans-Ulrich Obrist und Nancy Spector.
Eine englischsprachige Ausgabe ist ebenfalls erhältlich.
Als Edition No. 6 des Deutsche Guggenheim entwickelte Andreas Slominski die Arbeit Eimer Wasser. Das mehrteilige Objekt, bestehend u. a. aus einem Plastikeimer, einem Wasserhahn und Wasserrohren, enthüllt seine Bedeutung erst nach Betrachtung des beigefügten Videos. Die Edition Eimer Wasser ist in einer Auflage von 100 Exemplaren erschienen und kostet DM 250,--.
Pressekonferenz: Freitag, 19. Februar 1999, 11 Uhr
Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.
Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de
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